Queer Tantra Berlin                            Freiheit in Vielfalt  
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Weg von der Mitte – rein in die Dynamik, aber mit Verantwortung

(tja was hast Du gelesen: Weg oder weg ? Wo ein Weg ist ist auch ein weg .... ? 


Im Moment sein.  „Du hast nur diesen Moment, Vergangenheit und Zukunft sind nur Illusion“. Wir haben das alle bereits sicher oft genug gehört. Interessenterweise oft im buddhistisch-spirituellem Zusammenhang. Und das obwohl der Buddhismus sich historisch primär mit den Auswirkungen von Vergänglichkeit und Wandel als Ursache von Leiden befasst hat. Könnte die Konzentration auf dem Moment die Lösung sein?


Fakt ist: wir haben alle bereits lebt - sei es in Tantra Workshops, in der Natur, nach dem Sport - wie genussvoll es sein kann, für einen Moment mit allen Sinnen innezuhalten. Einfach nur sich zu spüren, komplett das Gefühl einer Einheit mit sich zu erleben.
Achtsamkeits- und Verehrungsrituale, sei es der sogenannte Tantrische Faden, oder eine Tantra-Massage unterstützen dies. Lasst uns das in den Workshops genießen und daraus Kraft schöpfen. Eine Einheit im Moment zu spüren, mit der Welt die uns umgibt, ganz im Reinen mit sich zu sein, mit dem Körper den wir haben.


Das ist ein guter Start, eine Position, die uns immer wieder helfen kann. Aber über den selbstbezogenen Genuss können, ja müssen wir weitergehen. Erstens zur Begegnung mit dem anderen – zu Erkennen des unseres Gegenübers. Dem der gerade erstmal in diesem Moment vor uns steht: Was benötigt dieser in dieser Situation? Und schon haben wir etwas entdeckt - ganz situativ zunächst: Verantwortung.
Brauchen wir einen festen Standort dazu? Diese vielbeschworene Mitte in uns, fest und unveränderbar?  Da ich möchte dagegenhalten, das gerade dies unmöglich und gar im Extrem als unveränderlich überhaupt nicht wünschenswert ist. Leben bedeutet Wandel und Bewegung. Es gibt keine Bewegung, kein Wandel, keine Entwicklung ohne den Aspekt der Zeit. Wer die Zeit negiert, negiert das Leben. Leben ist Wandel und Wandel kann schmerzhaft sein, mühselig sein.


Transzendent betrachtet, gibt es den Raum ohne Zeit. Dieser Zustand ist durch Meditation, Tantrische Vereinigung erreich- und erlebbar. Aber dort zu verweilen ist nicht unsere Aufgabe, solange wir lebendig sein wollen.
Hier erkennen wir uns am besten im Wechselspiel der Interaktion mit dem Menschen, denen wir begegnen. In der Akzeptanz des So-Seins das uns umgibt. Wir haben die Chance das ICH im DU zu erkennen oder auch gemeinsam formen. Und ganz wichtig: Wir können Verantwortung nur tragen, wenn wir uns in größeren zeitlichen Zusammenhängen erkennen.  Und das Beste daran ist, es liegt auch Hoffnung darin.


Wunderschön passend zur Jahreszeit des Frühlings: wir haben die Option, dieses Jahr glücklicher zu werden als im Letzten.